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Sound of Silence: Internationales Treffen zum 9. ISNVH-Kongress in Graz

Microphone Array – ISNVH 2016

Die Herausforderungen für das Fahrzeug der Zukunft sind hoch komplex: 230 internationale Experten aus 24 Ländern und vier Kontinenten diskutierten beim „International Styrian Noise, Vibration & Harshness (ISNVH)“ Congress vom 22.- 24. Juni in Graz die neuesten Entwicklungs- und Simulations-Methoden, um die Autos der Zukunft leichter, sparsamer, leiser und noch sicherer zu machen.

Neue Fahrzeugkonzepte und Leichtbaumaterialien machen Autos umweltfreundlicher, kostengünstiger und sicherer – das jedoch stellt die Experten für Fahrzeugkomfort, Schwingungen und Geräuschentwicklung vor völlig neue und schwierige Herausforderungen. Der ISNVH-Kongress ist die wichtigste europäische Konferenz zu diesem Thema und stand in diesem Jahr ganz unter der Devise, innovative NVH-Lösungen (Noise, Vibration & Harshness) für attraktive, smarte und kostengünstige Fahrzeuge der Zukunft zu diskutieren.

Die Spezialisten im Bereich Noise, Vibration & Harshness setzen Maßnahmen bereits früh in der Entwicklung von Fahrzeugen, damit Geräusche generell reduziert werden und in einem akustisch optimalen Frequenzbereich liegen. Damit werden sowohl im Fahrgastraum als auch auf der Straße störende Geräusche weitgehend vermieden.

Organisiert wird der ISNVH-Kongress vom Grazer VIRTUAL VEHICLE Research Center in Zusammenarbeit mit AVL, MAGNA und der amerikanischen Society of Automotive Engineering (SAE International). SAE International President Cuneyt Oge: „Der europäische ISNVH-Kongress in Graz hat sich zum führenden Forum für NVH-Technologien entwickelt. Die hier versammelten Experten aus Industrie, Wissenschaft und Universitäten präsentieren die Topthemen, die Auswirkung auf die gesamte Industrie für Fahrzeugentwicklung haben.“

Hochrangige Experten aus Industrie und Wissenschaft kommen alle zwei Jahre nach Graz:
Roberto Mangiantini, Leiter NVH von FIAT CHRYSLER AUTOMOBILES: „Der ISNVH-Kongress beleuchtet während dieser drei Tage alle großen Herausforderungen unseres Fachbereiches. Dabei bildet der Mix an Themen nicht nur die Breite sondern an wichtigen Stellen auch die fachliche Tiefe der NVH-Forschung ab. Und nicht zu vergessen  -alle wichtigen Player sind hier in Graz vertreten.“

 

100 Vorträge aus Industrie, Forschung und Universitäten

Rund 100 Vorträge an drei Tagen gaben ein umfangreiches Bild der anstehenden Herausforderungen: Internationale Hersteller quer durch alle Fahrzeugkategorien wie BMW, Daimler, Fiat, Hyundai, Jaguar Land Rover, Renault, Mahindra, Volkswagen oder Volvo, weltweit tätige Zulieferer wie AVL, Continental, Magna, Valeo oder Autoneum und Softwarehersteller wie Siemens und ESI bis hin zu Forschungszentren und Universitäten wie RWTH Aachen, Fraunhofer Institut, TU Graz, TU München, KU Leuven, KTH Stockholm, Université der Sherbrooke, der Auckland University of Technology, dem Korea Advanced Institute of Science, INSA Lyon oder der Tongji University präsentierten neue Lösungen und stellten sich zugleich der kritischen Diskussion.

Die Themen umfassten neben Motor, Getriebe und Antriebsstrang auch strukturbedingte Vibrationen und Geräusche, Aeroakustik und akustische Eigenschaften von neuen Materialien und Werkstoffen.

Den Reigen der hochrangigen Keynote-Vorträge eröffnete Dr. Jürgen Kohler, Leiter NVH Berechnung & Konzepte Gesamtfahrzeug der Daimler AG. Komfort ist neben Fertigungsqualität und Fahrzeugsicherheit einer der Grundpfeiler, auf denen der weltweite Erfolg der Marke Mercedes-Benz aufbaut. Sein Vortrag zeigte, wie störende Geräusche und Vibrationen eliminiert und zugleich ein Sounddesign entwickelt wird, das bei jeder Fahrgeschwindigkeit und allen Fahrbahnbedingungen dem Charakter eines Premium-Automobils entspricht und zugleich höchsten Kundenansprüchen gerecht wird.

Der Designprozess moderner Fahrzeuge ist ohne experimentelle und simulative Methoden verschiedener Disziplinen und Komplexitätsgrade nicht mehr vorstellbar. Einer der härtesten Nüsse, die noch zu knacken sind, ist die Optimierung aeroakustischer Phänomene, die durch Luftströmung ausgelöst werden.  Dr. Henry Bensler (Volkswagen AG) präsentierte neue Simulationsansätze und Testanordnungen, um diese Geräuschquelle besser beherrschbar zu machen.

Tief in die Abgründe der Grundlagenforschung zu Verbundmaterialien und den damit einhergehenden Vibrations- und Dämpfungseigenschaften führte der Keynote-Vortrag von Dr. Steffen Marburg, Professor am Lehrstuhl für Akustik mobiler Systeme an der TU München.

Wie man auch versteckte und schwer zugängliche Geräuschquellen im Fahrzeug orten und messen kann, zeigen die Forschungen an der KU Leuven. Prof. Wim Desmet präsentierte modellbasierte virtuelle Messverfahren, um eine zuverlässige Analyse und Quantifizierung von Geräusch-, Vibrations- und Reibungsquellen im Fahrzeug zu erhalten.

Auch der Aspekt innovativer Audiokonzepte für den Musikgenuss unterwegs fand sich unter den vielfältigen Themen: Prof. Jeong-Guon Ih vom Korea Advanced Institute of Science ließ eine Bruckner- Symphonie erklingen, um ein neuartiges Konzept virtueller Lautsprecherarchitektur zu demonstrieren.

 

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