Virtual Vehicle
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TrustVehicle – Das Auto zum Vertrauen

Technologien rund um das Thema „Automatisiertes Fahren“ versprechen mehr Komfort und Sicherheit im Straßenverkehr. Trotzdem fühlen sich Endverbraucher durch innovative Systeme in neuen Fahrzeugen verunsichert und hinterfragen ihre Verlässlichkeit. Diese „Unsicherheiten“, die sich auf das Fahrzeugsystem aber auch auf das menschliche Verhalten selbst beziehen, stellen eine der größten Herausforderungen in der Entwicklung und Durchsetzung von Assistenzsystemen dar. VIRTUAL VEHICLE leitet ein europäisches Konsortium, das an der Zuverlässigkeit und Robustheit neuer Fahrzeugtechnologien arbeitet. Denn das Auto der Zukunft muss vor allem eins sein: Vertrauenswürdig!

Einparkhilfe, Spurwechselassistent, automatischer Abstandswarner: Neue Technologien rund um das Thema „Automatisiertes Fahren“ versprechen mehr Komfort und Sicherheit im Straßenverkehr. Sie sorgen für weniger Emissionen, sollen Stau reduzieren und helfen dabei, die Infrastruktur optimal zu nützen. Tatsächlich sind die grundlegenden Technologien für voll-automatisierte Fahrzeuge bereits weit entwickelt. Bis die Vision vom automatisierten und unfallfreien Verkehr auf unseren Straßen Wirklichkeit wird, müssen jedoch noch einige Aspekte berücksichtigt werden: Zum Beispiel die Akzeptanz und das Vertrauen der Endverbraucher in die neue Fahrzeuggeneration.

VIRTUAL VEHICLE leitet europäisches Forschungsvorhaben

Genau auf diese Herausforderung konzentriert sich ein Konsortium aus zwölf europäischen Partnern im kürzlich genehmigten Horizon2020-Projekt TrustVehicle. Die Koordination des 5-Millionen-Euro-Projekt übernimmt das Grazer Forschungszentrum VIRTUAL VEHICLE unter der Leitung von Daniel Watzenig (Bereichsleiter am Forschungszentrum und Herausgeber eines aktuellen Fachbuchs zum Thema Automatisiertes Fahren). Das Projektziel lautet Zuverlässigkeit, Robustheit und schließlich Vertrauenswürdigkeit der neuen Fahrzeugtechnologien zu garantieren, um so schlussendlich die Akzeptanz der Endverbraucher erhöhen zu können.

Verlässliche Funktionen in allen Situationen

TrustVehicle konzentriert sich primär auf Fahrzeuge mit teilweiser Automatisierung. Dabei übernimmt das System nur in spezifischen Situationen die Kontrolle, wie zum Beispiel beim selbstständigen Blinken, Spurwechseln oder Spurhalten. Durch TrustVehicle sollen automatisierte Funktionen in normalen Fahrsituationen, aber auch bei schlechten Fahrverhältnissen, unerwarteten Wetterbedingungen oder in besonders kritischen Situationen verbessert werden.

Konkret wird beispielsweise die Erkennungsgenauigkeit von sogenannten „VRUs“ („Vulnerable Road Users“ - also Verkehrsteilnehmer wie z.B. Passanten oder Radfahrer, die „schwächer“ und „verletzlicher“ sind als Autos) unter die Lupe genommen. Durch TrustVehicle soll die Erkennungsgenauigkeit um mindestens 3 % erhöht werden (derzeit liegt sie bei <94 %).

Österreich stark vertreten

Mit AVL, Infineon, CISC und VIRTUAL VEHICLE kommen vier von zwölf Konsortialpartner aus Österreich – ein starkes Signal, dass sich die Alpennation immer mehr in Richtung Technologiedrehschreibe im Automobilbereich entwickelt und dabei in der Lage ist, multidisziplinäre und firmenübergreifende Kooperationen voranzutreiben. Wie man bereits bei den Weltmarktführern erkennen kann, wird die komplexe Herausforderung „Automatisiertes Fahren“ nur dann realisierbar sein, wenn man Kooperationen eingeht und branchenübergreifende Projekte erfolgreich führt.

Überblick

Das dreijährige Projekt TrustVehicle startet Mitte 2017, wird durch die europäische Forschungsprogramm Horizon2020 gefördert und ist mit einem Volumen von 5 Mio. Euro ausgestattet. Das Konsortium besteht aus zwölf europäischen Partnern. Darunter befinden sich namhafte Fahrzeughersteller (z.B. Ford oder Volvo), Premium-Zulieferer (z.B. Valeo oder AVL), Vertreter der Halbleiterindustrie (z.B. Infineon oder CISC) sowie Universitäten und Forschungseinrichtungen (z.B. VTT aus Finnland). Das Grazer Forschungszentrum VIRTUAL VEHICLE leitet das Projekt.