Virtual Vehicle
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Die Lizenz zum Testen: Genehmigung für Testfahrten mit autonomen Fahrzeugen erteilt

Photo: Wolfgang Wachmann

Als eines der ersten Unternehmen Österreichs erhielt das Grazer Forschungszentrum VIRTUAL VEHICLE die offizielle Genehmigung, Testfahrten mit autonomen Fahrzeugen im öffentlichen Verkehr durchzuführen. Die Genehmigung wurde vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie erteilt.

Erst Anfang Mai erfolgte der Startschuss für Europas vielfältigste Testumgebung für selbstfahrende Autos in der Steiermark: Unter dem Titel ALP.Lab bündelt das VIRTUAL VEHICLE, gemeinsam mit den steirischen Forschungseinrichtungen TU Graz und Joanneum Research sowie den Industriebetrieben AVL List und Magna Steyr, seine Kompetenzen, um automatisierte Fahrsysteme im großen Stil zu testen. ALP.Lab vereint virtuelle und reale Tests, Analysen, Simulationen und ein breites Angebot an privaten und öffentlichen Teststrecken. (Mehr dazu hier.)

Um die Testumgebung vollständig nutzen zu können, ist jedoch eine Bescheinigung des Verkehrsministeriums notwendig, die es erlaubt, Testfahrten im öffentlichen Verkehr durchzuführen. Ebendiese Bescheinigung hat das VIRTUAL VEHICLE nun als eines der ersten Unternehmen Österreichs erhalten – jetzt geht es also los!

Deep Learning mit dem Fahrzeug-Demonstrator

Konkret gilt der Bescheid für ein ganz spezifisches Fahrzeug: Es handelt sich dabei um einen Ford Mondeo Hybrid, der mit den aktuellsten „Steer-by-Wire“ und „Brake-by-Wire“-Systemen sowie einfachen Fahrerassistenz-Funktionen ausgerüstet ist. Auf Basis dieses Fahrzeugs wird am VIRTUAL VEHICLE an einer einzigartigen Forschungsplattform gearbeitet.

Der Fahrzeugdemonstrator wird in drei Stufen entwickelt: Im ersten Schritt, der bereits weitgehend abgeschlossen ist, wurde dafür gesorgt, dass die Elektronik vollständig ins Fahrzeug eingreifen kann. Gas, Bremse und Lenkung können nun allein vom Computer bedient werden.

Derzeit befinden sich die Grazer Forscher in der zweiten Entwicklungsstufe: Neueste Sensorik (z.B. Lidar, Radar, Kameras, GPS oder Car-2-X-Systeme) wird verbaut, um eine 360°-Umfelderfassung zu ermöglichen. In dieser Stufe werden außerdem High-Performance Multicore-Rechenplattformen (z.B. NVIDIA, Infineon Aurix und dSPACE) zur Datenauswertung und Datenfusion integriert, um die dritte Phase bestmöglich vorzubereiten.

In der finalen dritten Stufe werden schließlich autonome Fahrfunktionen realisiert. In diesem Kontext werden „Deep Learning“-Verfahren erprobt, d.h. das Auto wird so lange „trainiert“, bis es selbstständig einer Straße folgen kann.

 

SAVE THE DATE!

Zu Bestaunen und Begreifen gibt es den Fahrzeugdemonstrator übrigens während der Krone E-Mobility Play Days, vom 29. – 30. September 2017 am Red Bull Ring in Spielberg.