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Cross Innovation: Holz- trifft auf Fahrzeug-Technologie

Wussten Sie, dass Holz ein Leichtbaumaterial ist, das hervorragende Festigkeits-, Steifigkeits- und Standfestigkeitswerte aufweist und ein exzellentes Dämpfungsverhalten bei geringen Rohstoffkosten besitzt? Im Rahmen des kürzlich gestarteten Projekts „WoodC.A.R.“ wird VIRTUAL VEHICLE gemeinsam mit 16 Partnerfirmen aus Wirtschaft und Wissenschaft einen völlig neuen Weg gehen: Holzwerkstoffe sollen digital berechenbar und in zukünftigen Fahrzeugtechnologien eingesetzt werden.

Veränderte Rahmenbedingungen und strategische Zielsetzungen im Mobilitätsbereich (z.B. CO2-Bilanz, Elektromobilität oder Gewichtsreduktion) erfordern neue Fahrzeugkonzepte. Holzwerkstoffe, sofern man sie richtig einsetzt, stellen Hochleistungsmaterialien dar und haben das Potenzial, eine wertvolle Materialerweiterung für den Mobilitätssektor zu sein. Geringe Rohstoffkosten, die hohe Verfügbarkeit und ökologische Aspekte sind nur drei von vielen Stärken, die klar dafür sprechen, den Werkstoff Holz bei der Entwicklung zukünftiger Fahrzeuge stärker zu berücksichtigen.

WoodC.A.R. sorgt für neue Synergien

Ende 2016 bewilligte die österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) das COMET K-Projekt „WoodC.A.R.“. Das vierjährige Projekt zielt darauf ab, Synergien zwischen den Forschungsbereichen Holz- und Fahrzeugtechnologien zu stärken.

Seit 1. März 2017 arbeiten nun Vertreter aus der Fahrzeugindustrie (z.B. MAGNA Steyr oder MAN Truck & Bus AG) und der Holzbranche (z.B. Weizer Parkett oder Holzcluster Steiermark) Seite an Seite mit wissenschaftlichen Institutionen wie der BOKU Wien (wissenschaftliche Leitung Bereich Holztechnologie), der TU Graz oder VIRTUAL VEHICLE (wissenschaftliche Leitung Fahrzeugtechnologie).

Re-Design, Engineering und Tests

Auf Basis einer vorangegangenen Machbarkeitsstudie werden im Projekt WoodC.A.R. unterschiedliche Holzarten und Holzverbunde physikalischen Tests (u.a. Crash-Tests) unterzogen und so die notwendigen Simulationsmethoden zur funktionalen Auslegung und Absicherung entwickelt. Weitere Forschungsinhalte beschäftigen sich mit Fertigungstechnologien, Prozesssimulationen und konkreten Anwendungsfällen, die auch den Anforderungen des Produktdesigns entsprechen müssen. Dabei werden das Produktionskonzept und die wirtschaftliche Darstellbarkeit bis hin zur vollständigen Produktlebenszyklusanalyse berücksichtigt. Am Ende Projekts sollen ausgewählte Komponenten einen Reifegrad erreichen, der den Einsatz in der Vorentwicklung eines Serienfahrzeuges ermöglicht.

Für neue Mobilitätskonzepte und intelligenten Leichtbau

Für Thomas Jost, Gruppenleiter für Structural Safety am VIRTUAL VEHICLE, adressiert WoodC.A.R. zwei der wesentlichen Herausforderungen der Fahrzeugindustrie: Neue Mobilitätskonzepte (Stichwort Elektromobilität) sowie intelligenter Leichtbau. „Holz als natürlicher Leichtbauwerkstoff kann einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Mobilität liefern. Im Projekt WoodC.A.R wird die geforderte Berechenbarkeit beim Material beginnend über die Einbindung in Multimaterial-Gesamtstrukturen bis hin zur funktionalen Absicherung dargestellt. Für uns ist dies eine wesentliche Stärkung im Bereich Leichtbauwerkstoffe und Leichtbautechnologie.“ – so Thomas Jost, der das Projekt WoodC.A.R. am VIRTUAL VEHICLE leitet.